berliner mord & totschlag

Zukunft

Sonntag, 19. Juni 2016 von Ulli

„An einem Abend in der folgenden Woche, an dem es frühlingshaft warm geworden ist, sitzen wir gemeinsam auf der Terrasse und trinken den local wine: „Spätestens im Ersten Weltkrieg war das Proletariat zur wichtigsten sozialen Schicht geworden, die Arbeiter waren von den Fabriken in die Schützengräben abkommandiert, und danach haben sie sämtliche politischen Bewegungen getragen, von der Oktoberrevolution bis zum Faschismus. Deswegen wurden die Sozialstaaten geschaffen: Eine Heimat für die Ausgebeuteten und Verachteten, für die Gedemütigten und Elenden. Aber seit dreißig Jahren regiert wieder die nackte Gier: Es entsteht wieder eine Klasse von Ausgebeuteten, von Vogelfreien und Gedemütigten, ein Prekariat, und nur noch ein paar Jahrzehnte, und diese Leute werden die Regie in der Geschichte übernehmen. Dann Gnade uns Gott! Dann wird es höchst ungemütlich werden! Sie verstehen: Eine Welt, die in primitivster Weise auf Egoismus und Gier setzt, erschafft sich ihren eigenen Totengräber.“ So sitzen wir am südlichen Ende Europas, an der Peripherie unserer schönen, untergehenden Wohlstandswelt und sprechen über die verspielten Chancen der Geschichte.“ (unveröffentlicht, Mythuxs II)

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Siehe auch: „Killer Berlin, Mythuxs I“.

 

 


Kleist über Charlottenburg

Freitag, 15. Januar 2016 von Ulli

Heinrich von Kleist produzierte im Jahre 1810 die „Berliner Abendblätter“, sozusagen die erste deutsche Boulevardzeitung. Der Erfolg der „Abendblätter“ rührte unter anderem daher, dass er Polizeiberichte publizierte. (Nachdem Kleist sich dann allerdings mit der preußischen Zensur anlegte, gab die Polizei ihm keine Infos mehr und das lebensuntüchtige Genie ging pleite)

Am 9.10.1810 vermeldeten die „Berliner Abendblätter“ folgende Episode aus Charlottenburg, damals nicht mehr als ein märkisches Nest mit einem königlichen Schloss:

Am 3.d.M hat sich in Charlottenburg ein fremder Hund mit einem Stricke um den Hals eingefunden und ist, nachdem er sich mit mehreren Hunden gebissen hatte und aus mehreren Häusern verjagt war, auf dem Hofe des Herrn Geh. Kommerz. Rat Pauli geraten. Daselbst wurde er von sämtlichen Hunden angefallen, und weil er sich mit ihnen herumbiss, so hielt man ihn für toll, erschoß ihn und alle Paulische, von ihm gebissenen Hunde und begrub sie ehrlich. Dieses Faktum hat zu dem Gerücht Anlaß gegeben, daß in Charlottenburg ein toller Hund Menschen und Vieh gebissen habe. Menschen sind gar nicht gebissen, das Vieh aber, das er biß, ist teils getötet und begraben, teils in Observation gesetzt. Zudem, da er sich gutwillig aus mehreren Häusern verjagen ließ, ist nur zu wahrscheinlich, daß der Hund gar nicht toll gewesen.

(zitiert nach, Heinrich von Kleist, Sämtliche Werke, Ausgabe des Bertelsmann Leserings, also wohl in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erschienen)

siehe auch: http://www.ullrichwegerich.de/2011/09/heinrich-von-kleist-und-das-preusische-desaster/von-kleist-und-das-preusische-desaster/


DIE HEXE VON SHIPGRAVE

Mittwoch, 05. November 2014 von Ulli

Die junge Schriftstellerin Elizabeth Graig reist in das abgelegene Küstenstädtchen Shipgrave, um wegen des rätselhaften Verschwindens zweier Boote der US-Küstenwache zu recherchieren. Doch sie erkrankt, kaum dass sie den kleinen Ort erreicht hat. Ihre Symptome sind Schüttelfrost, Schwindelanfälle und entsetzliche Alpträume, in denen eine grauenvolle Hexe erscheint. Und auch die Bewohner des Städtchens sind alles andere als vertrauenerweckend: so ihre aufgedonnerte Zimmerwirtin Mrs. Fox, so der feiste Sheriff des Ortes, so ein ebenso attraktiver wie undurchschaubarer Arzt und Wunderheiler. Für Elizabeth brechen Tage des Schreckens an…

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Goldener Oktober

Sonntag, 19. Oktober 2014 von Ulli

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Der Sommer

Freitag, 12. September 2014 von Ulli

könnte noch ein bisschen bleiben….

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Vor einem Jahr…

Samstag, 10. Mai 2014 von Ulli

Paris, 10. Arrondissement, Blick aus dem Fenster auf die Rue Faubourg Saint Martin:

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Aus Mythuxs II

Dienstag, 04. Februar 2014 von Ulli

Ich habe ein bisschen Zeit, mich mit Mythuxs II zu beschäftigen. Das heißt, mit meinem gebrochenen Arm denke ich allgemein drüber nach. Diese Passage habe ich in meinen Notizen gefunden. Sie beschreibt den theoretischen Hintergrund des gesamtem Projekts ganz gut:

Aber an einem Abend in der folgenden Woche, an dem es nun wirklich frühlingshaft warm geworden ist, sitzen wir wieder gemeinsam auf der Terrasse und trinken local wine: „Spätestens im Ersten Weltkrieg war das Proletariat zur bedeutendsten sozialen Schicht geworden, die Arbeiter waren von den Fabriken in die Schützengräben abkommandiert, und danach haben sie sämtliche politischen Bewegungen getragen, von der Oktoberrevolution bis zum Faschismus. Deswegen wurden die Sozialstaaten geschaffen: Eine Heimat für die Ausgebeuteten und Verachteten. Aber seit dreißig Jahren regieren wieder die nackte Gier und damit auch erneut die Unvernunft: Es entsteht wieder ein Klasse von Ausgebeuteten, von Vogelfreien und Gedemütigten, ein Prekariat, und nur noch ein paar Jahrzehnte, und diese Leute werden die Regie in der Geschichte übernehmen. Dann Gnade uns Gott! Das wird höchst ungemütlich werden! Sie verstehen: Eine Welt, die in primitivster Weise auf Egoismus und Gier gesetzt hat, erschafft sich ihren eigenen Totengräber.“ So sitzen wir am südlichen Ende Europas, an der Peripherie unserer schönen Wohlstandswelt, zwei auf höchst unmoralische Weise zu Wohlstand gekommene Einzelgänger, und beklagen uns über den jämmerlichen Zustand der Welt und über die verspielten Chancen der Geschichte.

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Milos, Griechenland.

siehe auch: „Mythuxs“


Druckfahnen korrigieren

Dienstag, 16. Juli 2013 von Ulli

ist eine anstrengende Arbeit, die Suche nach Tippfehlern, merkwürdigen Formulierungen, fehlenden Anführungszeichen, Buchstabendrehern, bei Satzumstellung verschwundenen Pronomen und allerlei anderem…


Mammutreiter

Montag, 03. Dezember 2012 von Ulli

…duckte Adan sich hinter der Schneewehe nieder: In dem Tal lagerte der Spähtrupp. Zwei große Zelte waren aufgebaut, Tipis aus dunklem Leder, mit magischen, silbernen Hieroglyphen bemalt, vor denen zwei Krieger in ihren metallenen Rüstungen an einem Lagerfeuer saßen. Ihre Helme waren mit bunten Federn geschmückt und ihre großen Schwerter hatten sie neben sich in den tiefen Schnee gerammt. Sie unterhielten sich und Adanas hörte das raue, kehlige Lachen des einen Kriegers.
Die Prinzessin stand nackt in goldenen Ketten an einen hohen, in den Schnee gesteckten Pfahl gefesselt. Ihr lockiges, blondes Haar fiel weit über ihre Schultern.
Es war nur ein provisorisches Lager für diese eine Nacht. Fünf Knappen, mit Keulen und kurzen Schwertern bewaffnet, versorgten die Mammuts, deren warmer Atem sich in dem eisigen Frost zu dampfendem, weißem Nebel verwandelte.
Gerade versank die Sonne glutrot hinter den Gletschern der westlichen Berge. Sobald es ganz dunkel war, würde Adan angreifen, denn ihm blieb nur wenig Zeit….


RED STAR WESTERN

Dienstag, 30. Oktober 2012 von Ulli

Endlich erschienen – Das E-Book „Handel auf eigene Faust“.

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