berliner mord & totschlag

Zukunft

„An einem Abend in der folgenden Woche, an dem es frühlingshaft warm geworden ist, sitzen wir gemeinsam auf der Terrasse und trinken den local wine: „Spätestens im Ersten Weltkrieg war das Proletariat zur wichtigsten sozialen Schicht geworden, die Arbeiter waren von den Fabriken in die Schützengräben abkommandiert, und danach haben sie sämtliche politischen Bewegungen getragen, von der Oktoberrevolution bis zum Faschismus. Deswegen wurden die Sozialstaaten geschaffen: Eine Heimat für die Ausgebeuteten und Verachteten, für die Gedemütigten und Elenden. Aber seit dreißig Jahren regiert wieder die nackte Gier: Es entsteht wieder eine Klasse von Ausgebeuteten, von Vogelfreien und Gedemütigten, ein Prekariat, und nur noch ein paar Jahrzehnte, und diese Leute werden die Regie in der Geschichte übernehmen. Dann Gnade uns Gott! Dann wird es höchst ungemütlich werden! Sie verstehen: Eine Welt, die in primitivster Weise auf Egoismus und Gier setzt, erschafft sich ihren eigenen Totengräber.“ So sitzen wir am südlichen Ende Europas, an der Peripherie unserer schönen, untergehenden Wohlstandswelt und sprechen über die verspielten Chancen der Geschichte.“ (unveröffentlicht, Mythuxs II)

4.0M DigitalCAM

Siehe auch: „Killer Berlin, Mythuxs I“.

 

 

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 19. Juni 2016 um 17:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Berlin Krimis, poesie abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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