…Kommissarin Birgit Allenare stieg aus der S-Bahn und verließ den Bahnhof. Im hereinbrechenden Abend ging sie durch die dichten, vorweihnachtlichen Menschenmassen über den Alexanderplatz hinüber zum Eins-A-Shopping-Universum. Dort hatte Blaustücken sich mit seinem Kontaktmann verabredet (Entscheidung an der Spree,5). Vage erinnerte sie sich an die Tage ihrer Kindheit, als das Shoppen noch nicht im Mittelpunkt des gesamten Lebens gestanden hatte. Damals hatte es andere Fetische gegeben. Doch diese Zeit war vergangen und vergessen. Sie betrat das Shopping-Universum und fuhr mit der Rolltreppe nach oben. Es war kein Problem, die Caféterria degli Napoli zu finden, die Adrian in dem abgehörten Telefongespräch erwähnt hatte…
…Für wen jedoch arbeitete Pegasus? Einmal war er auch Cerberus genannt worden. Im Infomaterial der Berliner Innenbehörde gab es keinen Hinweis. Wenn der Vorgang auf Landesebene nicht identifiziert war, so musste er auf der der Bundesbehörde angesiedelt sein. Kommissarin Allenare wollte sich die möglichen Konsequenzen dieser Annahme nicht vor Augen führen. Noch einmal überlas sie ein Abhörprotokoll aus dem vergangenen Sommer: Die Oberschicht hat den großen Leviathan aufkündigt. Ein krankhaftes Übermaß an Kritik sei eine zu große Belastung für eine gut funktionierende Wirtschaft. Die Drehbücher seien bereits geschrieben…
…Hauptkommissarin Birgit Allenare arbeitete am Computer. Bei POLIX, der Datenverarbeitung der Berliner Polizei, war nichts über die Brüder Blaustücken zu finden. Doch sie verfügte über ein Passwort, das weit über die bei POLIX eingestellten Daten hinausging und ihr Zugang zu geheimstem Material eröffnete. Nun endlich sah sie klarer: Adrian und Johannes von Blaustücken waren auf einer Burg in der Eifel geboren, aufgewachsen waren sie jedoch in New York City, dort hatte Adrian dann als Jurist für die Vereinten Nationen gearbeitet, bis er nach Berlin gegangen und Berater des deutschen Innenministerium geworden war. Hier musste er die Infos erbeutet haben, die er nun verkaufen wollte…